Kleiner Ratgeber: Umgang mit schwerhörigen Menschen

Hörgeräteakustiker in Ihrer Nähe

 

Hören und Verstehen sind das A und O des sozialen Lebens. Eine unbehandelte Schwerhörigkeit kann fatale Folgen für die Betroffenen haben. Wenn die Geräusche der modernen Welt wie etwa Straßenverkehr nur noch schwach wahrgenommen werden können, kann sie sogar lebensgefährlich sein.

Wer Verständigungsprobleme hat, weil das Hörvermögen eingeschränkt ist, zieht sich häufig zurück und meidet Gespräche. So beginnt ein Teufelskreis, der zur Isolation und psychischen wie physischen Problemen führen kann.

Das Thema Schwerhörigkeit ist komplex, die Ursachen sind vielfältig. Schwerhörigkeit kann angeboren sein, als Begleiterscheinung von Krankheiten auftreten oder sich im Alter nach und nach bemerkbar machen. Bei Menschen über 65 Jahren werden sehr häufig Hörprobleme festgestellt.

Mit unseren Tipps möchten wir uns vorwiegend an Angehörige und Freunde der letzten Personengruppe wenden. Denn während die erstgenannten Ursachen meist frühzeitig von ärztlicher Seite bestätigt und behandelt werden, hapert es bei vielen Senioren damit, sich die Hörprobleme überhaupt einzugestehen. Gerade dann ist das persönliche und / oder berufliche Umfeld des Betroffenen gefragt und sollte Fingerspitzengefühl beweisen.

Schwerhörigkeit und die Brisanz des Themas erkennen

Ein altersbedingter Hörverlust, den man auch als Presbykusis bezeichnet, entsteht nicht von heute auf morgen. Durch den langsamen Prozess merken viele Betroffene gar nicht, dass ihr Hörvermögen nachlässt. Man selbst denkt ja auch nicht ständig darüber nach, wann man zuletzt einen Vogel zwitschern gehört hat oder ob man den Signalton des Geschirrspülers noch wahrnimmt.

Vielmehr liegt es an engen Bezugspersonen, die Anzeichen eines schleichenden Hörverlusts richtig zu deuten. Doch wie sehen die klassischen Symptome überhaupt aus?

  • Der Schwerhörige bittet Sie häufig, das Gesagte zu wiederholen, oder reagiert nicht, wenn Sie ihm etwas sagen.
  • Der Fernseher läuft in einer Lautstärke, die für andere viel zu laut ist.
  • Sie haben das Gefühl, dass der Betroffene Informationen nicht mehr so schnell verarbeiten kann (wie früher) und bei Gesprächen mit mehreren Personen passiver ist (als früher).
  • Der Betroffene zieht sich immer mehr zurück und verzichtet auf Aktivitäten, die er sonst gerne mitgemacht hat.

Hier finden Sie weitere Anzeichen eines Hörverlusts.

Wenn Sie der Meinung sind, dass ein geliebter Mensch – Ihr Vater, Ihre Mutter, Ihre beste Freundin oder Ihr Partner – Hörprobleme hat, sollten Sie nicht zu lange zögern. Je früher Hilfe in Anspruch genommen wird, desto besser!

Doch das ist leichter gesagt als getan, denn das Thema Schwerhörigkeit gehört bei den meisten älteren Menschen zu den unbeliebtesten überhaupt. Und warum? Weil sie es einfach nicht wahrhaben wollen. Einige Menschen nehmen sogar Kommunikationsschwierigkeiten und eine sinkende Lebensqualität in Kauf, als die Schwerhörigkeit anzunehmen.

„Mach doch mal einen Hörtest!“ ist ein kurzer Satz, der explosiver sein kann, als es scheint, und für Irritationen und Probleme in der Beziehung zueinander sorgen kann. Die Tatsache, dass viele, die ihre Schwerhörigkeit selbst noch nicht akzeptiert haben, oft als gereizt und aggressiv charakterisiert werden, erschwert die Aufgabe zusätzlich.

So teilen Sie einem geliebten Menschen mit, dass er Hörprobleme hat

  1. Sicherlich gibt es andere Familienangehörige und Freunde, denen die Hörprobleme des Betroffenen ebenfalls aufgefallen sind. Sprechen Sie mit ihnen über Ihre Sorgen und entwickeln Sie eine gemeinsame Strategie.
  2.  Sammeln Sie Beispiele für Situationen, in denen Symptome eindeutig zu erkennen waren. So können Sie Ihren „Verdacht“ mit Fakten anreichern und den Betroffenen ggf. leichter überzeugen. Auch hier können Sie andere Bezugspersonen einbeziehen. Der Schwerhörige kann dann nicht behaupten, dass Sie mit Ihrer Meinung alleine sind.
  3. Falls Sie wissen, dass es sich bei dem geliebten Menschen um eine „harte Nuss“ handelt, die Sie zu knacken haben, bereiten Sie Hörtests vor, die Sie zuhause durchführen.
  4.  Recherchieren Sie weiter zum Thema und suchen Sie Adressen von Experten heraus, die helfen können. Dazu gehören selbstverständlich auch unsere Hörgeräteakustiker.
  5.  Zeigen Sie der geliebten Person, z.B. im Internet, wie weit die moderne Technik fortgeschritten ist und wie unauffällig, aber dennoch effektiv aktuelle Hörgeräte sind. So mindern Sie die große Angst Ihres Gegenübers, dass die Schwerhörigkeit sofort zu sehen ist. Hilfreich könnte es auch sein, auf die Erfahrungen unserer Kunden hinzuweisen.
  6. Sie kennen Ihren geliebten Menschen am besten, aber ein guter Rat ist eigentlich immer: Seien Sie einfühlsam, wenn Sie das Thema Schwerhörigkeit ansprechen. Vergessen Sie dabei aber nicht, dass es sich um ein dringliches Problem handelt, das möglichst schnell angegangen werden sollte.